Beste Business-Banking-Konten in Deutschland 2026: der ehrliche Vergleich
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Von der NorwegianSpark-Redaktion — mit KI-Unterstützung erstellt und vom Redaktionsteam der NorwegianSpark SA geprüft · Stand: Juli 2026
Ein Geschäftskonto in Deutschland kostet Sie 2026 zwischen null und mehreren hundert Euro im Jahr — und die Grundgebühr ist fast nie der Posten, der den Unterschied macht. Was tatsächlich zählt, sind vier Dinge: ob Ihr Anbieter eine Bank oder ein Zahlungsinstitut ist, wie viele Transaktionen im Preis enthalten sind, ob die Buchhaltung sauber nach DATEV läuft, und ob Sie jemals Bargeld einzahlen müssen. Diese vier Fragen entscheiden über die Gesamtkosten weit stärker als die Zahl, mit der ein Anbieter auf seiner Startseite wirbt.
Dieser Artikel vergleicht die Kostenmodelle, nicht die Werbeversprechen. Alle genannten Preise und Lizenzangaben stammen von den Seiten der Anbieter beziehungsweise der Aufsicht und wurden im Juli 2026 geprüft. Konditionen ändern sich laufend — prüfen Sie die aktuellen Bedingungen, bevor Sie ein Konto eröffnen.
Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt in Deutschland keinen amtlichen Geschäftskonto-Vergleich. Der offizielle BaFin-Kontenvergleich deckt ausdrücklich nur Zahlungskonten für Verbraucher ab — Geschäftskonten und Sparkonten sind ausgenommen.
- Die gesetzliche Einlagensicherung schützt 100.000 Euro pro Kunde und Bank — und sie gilt auch für Unternehmen, unabhängig von Rechtsform und Größe. Sie gilt aber nur bei einer Bank, nicht bei einem Zahlungs- oder E-Geld-Institut.
- Viele der bekanntesten Anbieter sind keine Banken. Qonto, Wise, Airwallex und SumUp sind reguliert, aber sie sind Zahlungs- beziehungsweise E-Geld-Institute. Ihr Geld ist dort getrennt verwahrt (Safeguarding), nicht einlagengesichert. Das ist kein Skandal, aber ein anderer Schutzmechanismus.
- Der teuerste Posten ist meist die Transaktionsgebühr, nicht die Grundgebühr. Ein 9-Euro-Tarif mit 30 Freiposten ist für ein Handelsunternehmen mit 200 Buchungen im Monat teurer als ein 19-Euro-Tarif mit 100 Freiposten.
- Bareinzahlung ist der blinde Fleck der Neobanken. Wenn Ihr Geschäft Bargeld einnimmt, fällt ein großer Teil des Marktes sofort weg.
- Die E-Rechnungspflicht verschiebt das Auswahlkriterium. Empfangen müssen Sie E-Rechnungen bereits seit dem 1. Januar 2025; ausstellen müssen die meisten Unternehmen ab 2027 oder 2028.
Warum es für Geschäftskonten keinen neutralen Vergleich gibt
Seit dem 15. Januar 2025 betreibt die BaFin einen eigenen Kontenvergleich. Er ist die einzige Vergleichswebsite in Deutschland nach den Vorgaben des Zahlungskontengesetzes, er ist kostenlos, und er listet Kosten und Leistungen von rund 6.900 Girokonto-Modellen von etwa 1.100 Anbietern. Hintergrund ist eine EU-Vorgabe: In jedem Mitgliedstaat muss Verbrauchern ein kostenloser, unabhängiger Zahlungskontenvergleich zur Verfügung stehen.
Genau das ist der Punkt: Verbrauchern. Die BaFin stellt selbst klar, dass sich über den Kontenvergleich Zahlungskonten — also Girokonten und Basiskonten — vergleichen lassen, andere Konten wie Geschäfts- und Sparkonten hingegen nicht.
Für Unternehmerinnen und Unternehmer heißt das: Für das Konto, an dem Ihre Existenz hängt, gibt es keine behördlich geführte Preisübersicht. Sie sind auf die Preis- und Leistungsverzeichnisse der Anbieter angewiesen — und auf Vergleichsseiten, die in der Regel provisionsfinanziert sind. Diese hier ist es teilweise auch; wir sagen weiter unten genau, wo.
Zuerst die Lizenzfrage: Bank oder Zahlungsinstitut?
Das ist die Entscheidung, die Sie zuerst treffen sollten, weil sie sich später nicht mehr korrigieren lässt, wenn etwas schiefgeht.
Die gesetzliche Einlagensicherung
Der gesetzliche Entschädigungsanspruch für Einlagen beträgt maximal 100.000 Euro pro Kundin beziehungsweise Kunde und Bank. Zuständig ist bei privaten und öffentlichen Banken die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB); für Wertpapierhandelsunternehmen die EdW. Sparkassen und Genossenschaftsbanken arbeiten stattdessen mit institutsbezogenen Sicherungssystemen (DSGV beziehungsweise BVR), die das Institut selbst stützen sollen, bevor ein Entschädigungsfall überhaupt eintritt.
Entscheidend für Unternehmen: Anspruchsberechtigt sind nach dem Einlagensicherungsgesetz nicht nur Privatpersonen, sondern ausdrücklich auch Personen- und Kapitalgesellschaften, unabhängig von ihrer Größe. Eine GmbH ist also genauso geschützt wie eine Privatperson — mit derselben Obergrenze von 100.000 Euro.
Zwei Details, die selten erwähnt werden. Erstens kann sich der Betrag in eng definierten Ausnahmefällen für sechs Monate auf 500.000 Euro erhöhen — etwa nach dem Verkauf einer privat genutzten Immobilie oder bei bestimmten Zahlungen aus sozialen oder gesetzlichen Gründen. Für laufende Geschäftsguthaben greift das in aller Regel nicht. Zweitens muss die Entschädigung für Ansprüche bis 100.000 Euro innerhalb von sieben Arbeitstagen ausgezahlt werden.
Der freiwillige Einlagensicherungsfonds — und warum er schrumpft
Viele private Banken sind zusätzlich Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Dieser Fonds schützt deutlich höhere Beträge — aber er wird seit 2023 stufenweise zurückgefahren. Der Fonds selbst nennt derzeit maximal drei Millionen Euro für Privatpersonen und bis maximal 30 Millionen Euro für Unternehmen (Stand Juli 2026). Geschützt sind Guthaben einschließlich Fest- und Spareinlagen, also Guthaben auf Giro-, Tagesgeld- oder Festgeldkonten.
Für Unternehmen sind zwei Einschränkungen wichtig. Der Fondsschutz für nichtfinanzielle Unternehmen gilt nur mit Einschränkungen — Einlagen professioneller Anleger und Einlagen mit längeren Laufzeiten sind seit der Reform ausgenommen. Und: Auf den freiwilligen Fonds besteht kein Rechtsanspruch wie auf die gesetzliche Sicherung. Wer sein Betriebsvermögen über 100.000 Euro hinaus absichern will, sollte deshalb weniger auf den Fonds vertrauen als schlicht auf mehrere Institute verteilen.
Hinweis: Die genaue Staffelung der weiteren Absenkungen und die exakte Definition der ausgeschlossenen Einlegergruppen sollten Sie im aktuellen Statut des Fonds nachlesen — der Fonds veröffentlicht die maßgeblichen Grenzen selbst.
Was Safeguarding bedeutet — und was nicht
Ein großer Teil der bekanntesten Geschäftskonto-Anbieter ist keine Bank. Das ist rechtlich völlig in Ordnung, verändert aber Ihren Schutz grundlegend. Statt einer Einlagensicherung gilt Safeguarding: Ihr Geld muss vom Vermögen des Anbieters getrennt gehalten werden, typischerweise auf Treuhand- oder Sammelkonten bei lizenzierten Partnerbanken. Im Insolvenzfall soll dieses Geld nicht in die Masse fallen — aber Sie warten auf einen Abwicklungsprozess statt auf eine Entschädigung binnen sieben Arbeitstagen.
Konkret, mit den Angaben der Anbieter selbst:
- Qonto ist ein von der französischen ACPR beaufsichtigtes Zahlungsinstitut und in Deutschland grenzüberschreitend tätig. Qonto hat im Juli 2025 eine Vollbanklizenz bei der ACPR beantragt; eine Erteilung war bis Mitte 2026 nicht bestätigt (Stand Juli 2026). Solange keine Banklizenz vorliegt, gilt Safeguarding, nicht die deutsche Einlagensicherung.
- Airwallex (Netherlands) B.V. ist nach eigenen Angaben ein zugelassenes E-Geld-Institut und wird von der niederländischen Zentralbank (De Nederlandsche Bank) unter der Lizenznummer R179622 reguliert.
- Wise wird im EWR über die Wise Europe SA (Belgien) angeboten und von der belgischen Nationalbank beaufsichtigt. Wise beschreibt selbst, dass das Kundengeld über eine Gruppe von Finanzinstituten diversifiziert gehalten wird — nicht, dass es einlagengesichert ist.
- SumUp nennt auf seiner deutschen Geschäftskonto-Seite die SumUp Limited als Herausgeberin, beaufsichtigt von der britischen FCA unter der Lizenznummer 900700, und stellt ausdrücklich klar, dass die Gelder nicht durch die britische Einlagensicherung FSCS geschützt sind, sondern getrennt auf gesicherten Konten liegen.
- N26 ist der Gegenentwurf: eine Bank mit deutscher Vollbanklizenz unter Aufsicht der BaFin. Guthaben fallen damit unter die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Die BaFin führt das Institut in ihrem Kontenvergleich als N26 Bank SE.
Offen und ungeprüft: Welche SumUp-Konzerngesellschaft konkret Vertragspartnerin deutscher Kundinnen und Kunden ist. Die deutsche Produktseite nennt die britische SumUp Limited, während die EU-Struktur des Anbieters auf eine EU-Gesellschaft hindeutet. Maßgeblich sind die AGB und die vorvertraglichen Informationen, die Sie bei der Kontoeröffnung erhalten — lesen Sie dort nach, bevor Sie größere Guthaben halten.
Die praktische Regel daraus: Betriebsmittel, Rücklagen und Steuerguthaben gehören auf ein Konto mit Einlagensicherung. Ein Zahlungsinstitut ist ein gutes Arbeitskonto, aber ein schlechter Tresor.
Was ein Geschäftskonto 2026 tatsächlich kostet
Alle folgenden Preise stammen von den Preisseiten der Anbieter, geprüft im Juli 2026.
Qonto staffelt nach Transaktionsvolumen. Der neue Starter-Tarif kostet 0 Euro und enthält bis zu 5 Transaktionen pro Monat sowie eine virtuelle Karte; jede weitere Transaktion kostet 0,20 Euro. Basic liegt bei 9 Euro pro Monat (exkl. MwSt.) beziehungsweise 108 Euro im Jahr, mit bis zu 30 Transaktionen monatlich, einer One Card Mastercard und zwei virtuellen Karten. Smart kostet 19 Euro pro Monat (exkl. MwSt.) oder 228 Euro jährlich und enthält bis zu 100 Transaktionen, zwei One Cards und 50 virtuelle Karten, mit 0,10 Euro je zusätzlicher Transaktion. Premium liegt bei 39 Euro pro Monat (exkl. MwSt.) mit insgesamt 200 Transaktionen.
Holvi arbeitet mit vier Stufen: Flex für 0 Euro mit einer deutschen IBAN, einer virtuellen Debitkarte und 0,25 Euro je SEPA-Überweisung; Lite für 9 Euro monatlich (4,50 Euro bei Jahreszahlung) mit zwei deutschen IBANs und 100 enthaltenen SEPA-Überweisungen; Pro für 15 Euro monatlich (9 Euro im Jahresabo) mit fünf IBANs und unbegrenzten SEPA-Überweisungen; Business für 69 Euro monatlich (59 Euro im Jahresabo) mit 15 IBANs.
N26 bietet ein kostenloses Business-Standard-Konto sowie Business Smart für 4,90 Euro im Monat mit 0,1 Prozent Cashback auf alle Zahlungen mit der N26 Mastercard. Wichtige Einschränkung: N26 beschreibt Business Smart ausdrücklich als Angebot ausschließlich für Selbstständige und Freelancer, die unter ihrem eigenen Namen arbeiten. Für eine GmbH oder UG ist das kein passendes Konto.
SumUp verlangt für sein Geschäftskonto keine monatliche Grundgebühr, stellt eine deutsche IBAN samt BIC sowie eine Business-Mastercard bereit und bewirbt kostenlose Echtzeitüberweisungen. Gebühren fallen bei bestimmten Zusatzleistungen an.
Airwallex ist im EU-Preismodell auf grenzüberschreitende Unternehmen zugeschnitten: Explore kostet 0 Euro, wenn monatlich mindestens 10.000 Euro eingehen oder gehalten werden, sonst 19 Euro; Grow kostet 49 Euro monatlich; Accelerate beginnt bei 999 Euro monatlich. Zusätzliche Nutzer kosten 6 Euro (Explore) beziehungsweise 12 Euro (Grow und Accelerate).
Wise Business hat keine monatliche Gebühr, sondern eine einmalige Einrichtungsgebühr von 45 Euro.
Der Netto-Brutto-Fehler, den fast jeder Vergleich macht
Qonto weist die Tarife ausdrücklich exkl. MwSt. aus. Wer vorsteuerabzugsberechtigt ist, zahlt effektiv die Nettopreise — für den Kleinunternehmer nach Paragraf 19 UStG ist der Bruttopreis dagegen der reale Preis. Bei 19 Euro netto sind das rund 22,61 Euro brutto im Monat, also rund 43 Euro Unterschied im Jahr gegenüber einem Anbieter, der brutto ausweist. Achten Sie beim Vergleichen darauf, ob Sie Äpfel mit Äpfeln vergleichen.
Rechnen Sie mit Transaktionen, nicht mit Tarifnamen
Das ist der eigentliche Kostenhebel. Ein Beispiel mit den oben genannten, geprüften Qonto-Preisen: Bei 200 Transaktionen im Monat kostet Basic 9 Euro plus 170 zusätzliche Transaktionen zu 0,20 Euro, also 43 Euro netto. Smart kostet 19 Euro plus 100 zusätzliche Transaktionen zu 0,10 Euro, also 29 Euro netto. Der teurere Tarif ist bei diesem Volumen der günstigere — um rund 168 Euro im Jahr.
Zählen Sie deshalb, bevor Sie vergleichen: Wie viele abgehende Zahlungen haben Sie wirklich pro Monat? Bei den meisten Anbietern zählen Lastschriften, Daueraufträge und Kartenzahlungen unterschiedlich mit. Diese Definition steht im Preis- und Leistungsverzeichnis, nicht auf der Preisseite.
Mehr zur Systematik der Kontogebühren finden Sie in unserem Leitfaden zu Bankgebühren.
Unterkonten: das unterschätzte Feature
Wer Umsatzsteuer, Einkommensteuer-Vorauszahlungen und Rücklagen auf demselben Konto liegen hat, überschätzt seine Liquidität — jeden Monat aufs Neue. Getrennte Unterkonten sind deshalb kein Komfort, sondern Buchhaltungshygiene.
Hier unterscheiden sich die Anbieter deutlich in der Art der Trennung. Holvi vergibt echte separate deutsche IBANs: eine bei Flex, zwei bei Lite, fünf bei Pro und 15 bei Business. Eine eigene IBAN ist mehr wert als ein reines Anzeige-Unterkonto, weil Sie Zahlungen direkt darauf empfangen und Daueraufträge sauber zuordnen können.
Offen: Wie viele Unterkonten Qonto pro Tarif vergibt und ob es sich dabei um vollwertige eigene IBANs handelt, ist auf der geprüften Preisseite nicht eindeutig ausgewiesen. Prüfen Sie das direkt in den Tarifdetails des Anbieters, wenn Sie darauf angewiesen sind.
DATEV-Anbindung: worauf es wirklich ankommt
„DATEV-Schnittstelle" ist ein Sammelbegriff, hinter dem sehr unterschiedliche Integrationstiefen stecken. Die relevanten Varianten sind der DATEV-Bankdatenservice (über RZ-Bankinfo oder PIN/TAN), der Belegbilderservice für die automatische Belegsynchronisation und der Rechnungsdatenservice für strukturierte Belegdaten in DATEV Unternehmen online. Daneben gibt es den schlichten Datei-Export im DATEV-Format (CSV beziehungsweise EXTF), den fast jeder Anbieter beherrscht.
Der Unterschied ist praktisch spürbar. Ein CSV-Export bedeutet, dass jemand die Datei erzeugt, prüft und hochlädt — jeden Monat. Eine echte Anbindung an DATEV Unternehmen online bedeutet, dass Umsätze und Belege laufend beim Steuerberater ankommen. Wenn Ihre Kanzlei mit DATEV arbeitet, ist das der Punkt, an dem sich Kontogebühren gegen Kanzleihonorar aufrechnen lassen.
Fragen Sie deshalb konkret nach der Integrationstiefe, nicht nach dem Schlagwort. DATEV führt zertifizierte Partnerlösungen im DATEV-Marktplatz — Qonto ist dort mit seinem Geschäftskonto gelistet. Bei Holvi ist die DATEV-Integration im Lite-Tarif für 3 Euro monatlich zubuchbar und im Pro-Tarif enthalten.
Praktischer Rat aus der Beobachtung vieler Wechsel: Sprechen Sie vor der Kontoeröffnung mit Ihrer Kanzlei. Manche Kanzleien arbeiten ausschließlich über RZ-Bankinfo und akzeptieren keine hochgeladenen Buchungsstapel; dann entscheidet die Kanzlei faktisch mit über Ihr Konto.
E-Rechnung: der Termin, der die Auswahl verschiebt
Die E-Rechnungspflicht im inländischen B2B-Bereich wurde mit dem Wachstumschancengesetz eingeführt und ist gestaffelt.
- Seit dem 1. Januar 2025 muss jedes Unternehmen E-Rechnungen empfangen können. Das gilt bereits heute, ohne Übergangsfrist.
- Bis zum 31. Dezember 2026 dürfen Rechnungen weiterhin auf Papier oder — mit Zustimmung des Empfängers — als PDF versendet werden.
- Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz E-Rechnungen ausstellen.
- Ab dem 1. Januar 2028 gilt die Ausstellungspflicht für alle übrigen Unternehmen im B2B-Bereich.
Als E-Rechnung gilt eine Rechnung nach der europäischen Norm EN 16931; die in der Praxis verbreiteten Formate XRechnung und ZUGFeRD 2.x erfüllen diese Norm. Kleinbetragsrechnungen bis 250 Euro brutto nach Paragraf 33 UStDV sind ausgenommen.
Für die Kontowahl heißt das: Ein Anbieter, der E-Rechnungen erzeugen und strukturiert an die Buchhaltung weiterreichen kann, spart Ihnen ein zweites Werkzeug. Holvi weist E-Rechnungsfunktionen ab dem Lite-Tarif aus und nennt für Pro 500 enthaltene E-Rechnungen. Wenn Sie ohnehin ein Rechnungsprogramm nutzen, ist das Kriterium weniger wichtig — dann zählt nur die saubere Übergabe an DATEV.
Bargeld: der blinde Fleck
Wenn Ihr Betrieb Bargeld einnimmt, sortiert dieses eine Kriterium den Markt schneller als jeder Preisvergleich. Qonto formuliert es auf der eigenen Seite so: Man biete eine Vielzahl von schnellen und sicheren Zahlungsmöglichkeiten an, lege aber aus Sicherheitsgründen und zur Optimierung der Geschäftsprozesse keinen Schwerpunkt auf Bareinzahlungen. Die meisten reinen Digitalanbieter handhaben es ähnlich, weil Bargeldannahme Filialen oder Partnernetze und zusätzliche Geldwäscheprüfungen erfordert.
Aufschlussreich ist, welche Institute Qonto in derselben Übersicht als Anbieter mit Bareinzahlungsmöglichkeit nennt: Fyrst, Commerzbank, Postbank, HypoVereinsbank, GLS Bank, N26 und Deutsche Bank. Wenn selbst ein Wettbewerber diese Liste führt, ist das ein brauchbarer Ausgangspunkt für Ihre eigene Recherche — prüfen Sie die konkreten Konditionen aber beim Institut selbst.
Sparkassen sowie Volksbanken und Raiffeisenbanken nehmen Bargeld am Schalter und an Einzahlungsautomaten an. Der Haken: Konditionen und Gebühren werden von jedem Institut lokal festgelegt und unterscheiden sich zwischen zwei Sparkassen im selben Bundesland erheblich.
Offen und bewusst nicht beziffert: Wir nennen hier keine konkreten Einzahlungsgebühren, weil es keinen bundesweit gültigen Satz gibt. Die verbindliche Quelle ist das Preis- und Leistungsverzeichnis Ihrer konkreten Filiale beziehungsweise Ihres Instituts.
Wenn Sie regelmäßig Bargeld einzahlen und trotzdem digital arbeiten wollen, ist die realistische Lösung ein Zweikontenmodell: ein Filialkonto für die Bareinzahlung, ein digitales Konto für Zahlungsverkehr und Buchhaltung. Das kostet zweimal Grundgebühr — aber weniger als jede Woche Zeit zu verlieren.
Karten, Fremdwährung und internationaler Zahlungsverkehr
Für rein inländische Unternehmen ist die Karte ein Nebenthema. Sobald Sie in Fremdwährung einkaufen oder abrechnen, wird sie zum Hauptkostenfaktor — und dann schlägt die Kostenstruktur der Zahlungsinstitute die klassischer Banken oft deutlich.
Airwallex nennt für seine EU-Preisliste 0,5 Prozent über den Interbankenkursen für Hauptwährungen und 1 Prozent für alle anderen Währungen. Lokale Überweisungen in über 120 Länder sind kostenlos, SWIFT-Überweisungen kosten 10 bis 20 Euro pro Überweisung. Wise arbeitet nach demselben Grundprinzip — Mittelkurs plus ausgewiesene Gebühr — statt eines versteckten Aufschlags im Wechselkurs.
Rechnen Sie das gegen Ihr tatsächliches Volumen: Bei 100.000 Euro Fremdwährungsumsatz im Jahr sind 0,5 Prozent 500 Euro. Das ist mehr als jede Kontogrundgebühr in diesem Artikel. Eine ausführlichere Gegenüberstellung finden Sie in unserem Vergleich Wise gegen Airwallex sowie in der Übersicht zu Multiwährungskonten.
Englischsprachiger Support
Für internationale Gründerinnen und Gründer in Deutschland ist das ein hartes Auswahlkriterium, das in deutschen Vergleichen fast nie vorkommt.
Die digitalen Anbieter mit europäischem oder globalem Zuschnitt — Qonto, N26, Wise, Airwallex, Holvi — bedienen Kundschaft standardmäßig auch auf Englisch; Wise und Airwallex sind ohnehin primär englischsprachige Produkte. Bei Sparkassen, Volksbanken und regionalen Instituten ist englischsprachige Betreuung eine Frage der einzelnen Filiale, nicht der Institutsgruppe.
Ein Hinweis, der in der Praxis wichtiger ist als die Sprache der Hotline: Verträge, AGB, Preis- und Leistungsverzeichnisse und die vorvertraglichen Informationen sind bei deutschen Instituten in aller Regel rechtsverbindlich auf Deutsch. Eine englische Fassung ist häufig eine Servicefassung ohne Rechtswirkung. Wenn Sie auf Englisch arbeiten, lassen Sie die deutschen Vertragsunterlagen prüfen, bevor Sie unterschreiben.
Offenlegung: welche Anbieter wir vermitteln — und welche nicht
Wir halten Partnerprogramme mit Wise, Airwallex und SumUp. Wenn Sie über die folgenden Links ein Konto eröffnen, kann banktopp eine Provision erhalten. Das kostet Sie nichts und beeinflusst nicht, was in diesem Artikel steht — die Preise oben stammen unverändert von den Anbieterseiten.
- Wise Business — sinnvoll, wenn Sie in mehreren Währungen abrechnen und keine monatliche Grundgebühr wollen. Kein Bankkonto, keine Einlagensicherung.
- Airwallex — sinnvoll ab spürbarem Fremdwährungsvolumen und für Teams mit mehreren Kartennutzern. Kein Bankkonto, keine Einlagensicherung.
- SumUp Geschäftskonto — sinnvoll für Einzelunternehmen und Freiberufler, die eine deutsche IBAN ohne Grundgebühr brauchen, besonders wenn Sie SumUp ohnehin für Kartenzahlungen am Point of Sale nutzen.
Und jetzt der Teil, den provisionsfinanzierte Vergleiche selten schreiben. Für viele deutsche Unternehmen ist die ehrlich beste Antwort ein Anbieter, den wir nicht vermitteln:
- Wenn Sie eine tiefe DATEV-Integration und ein klassisches Geschäftskonto-Gefühl brauchen, ist Qonto oder Holvi vermutlich die bessere Wahl als alles, was wir verlinken.
- Wenn Sie als Einzelunternehmer unter eigenem Namen arbeiten und Einlagensicherung wollen, ist N26 Business ein Bankkonto — unsere drei Partner sind es nicht.
- Wenn Sie Bargeld einzahlen müssen, führt praktisch kein Weg an einer Sparkasse, einer Volksbank oder einer anderen Filialbank vorbei.
Wir haben zu keinem dieser Anbieter ein Partnerprogramm und verlinken sie deshalb nicht. Suchen Sie sie direkt — und lassen Sie sich von uns nicht zu einem Produkt schieben, das nicht zu Ihrem Geschäft passt.
So wählen Sie in fünf Schritten
- Zählen Sie Ihre Transaktionen. Nehmen Sie drei echte Monatsauszüge und zählen Sie die abgehenden Zahlungen. Diese Zahl bestimmt Ihren Tarif, nicht Ihr Umsatz.
- Klären Sie die Bargeldfrage. Nehmen Sie Bargeld ein? Dann brauchen Sie eine Filialbank — allein oder als zweites Konto.
- Fragen Sie Ihre Steuerkanzlei nach der DATEV-Anbindung, die sie akzeptiert. Deren Antwort schließt Anbieter aus, bevor Sie überhaupt vergleichen.
- Entscheiden Sie, wo Ihre Rücklagen liegen. Alles über 100.000 Euro gehört bei einer Bank, verteilt auf mehrere Institute — nicht bei einem Zahlungsinstitut.
- Prüfen Sie das Preis- und Leistungsverzeichnis, nicht die Preisseite. Dort steht, was als Transaktion zählt, was eine Rückbuchung kostet und welche Gebühr bei Kontoauflösung fällig wird.
Wenn Sie noch am Anfang stehen, führt Sie unsere Anleitung zur Eröffnung eines Geschäftskontos Schritt für Schritt durch den Prozess. Eine breitere internationale Übersicht finden Sie in unserer Kategorie Business Banking sowie in der englischsprachigen Fassung dieses Themas, Best Business Bank Accounts 2026.
Stand und Vorbehalt
Alle Preise, Lizenzangaben und Fristen in diesem Artikel wurden im Juli 2026 anhand der Seiten der Anbieter, der BaFin, des Bundesfinanzministeriums und der Industrie- und Handelskammer geprüft. Preise für Geschäftskonten ändern sich häufig, Lizenzen und Konzernstrukturen gelegentlich, und die Staffelung der E-Rechnungspflicht kann durch weitere Verwaltungsanweisungen konkretisiert werden. Prüfen Sie die aktuellen Konditionen beim jeweiligen Anbieter, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
Dieser Artikel ist eine allgemeine Übersicht und ersetzt weder Steuerberatung noch Rechtsberatung noch eine individuelle Finanzberatung. Er berücksichtigt Ihre persönliche Situation nicht. Für Fragen zur Rechtsform, zur Umsatzsteuer oder zur Buchführungspflicht wenden Sie sich an Ihre Steuerberaterin oder Ihren Steuerberater.
Quellen
- BaFin — Einlagensicherung und Anlegerentschädigung (gesetzliche Sicherung, 100.000 Euro, EdB/EdW, Ausnahmefälle bis 500.000 Euro, Auszahlung binnen sieben Arbeitstagen)
- BaFin — BaFin-Kontenvergleich (Umfang: Zahlungskonten für Verbraucher; Geschäfts- und Sparkonten ausgenommen; Start 15. Januar 2025, rund 6.900 Kontomodelle von rund 1.100 Anbietern)
- Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken — aktuelle Sicherungsgrenzen (derzeit maximal drei Millionen Euro für Privatpersonen, bis maximal 30 Millionen Euro für Unternehmen)
- Bundesfinanzministerium — Gesetzliche Einlagensicherung (Anspruchsberechtigte: Privatpersonen, Personen- und Kapitalgesellschaften unabhängig von der Größe)
- Qonto — Preisseite Deutschland (Starter, Basic, Smart, Premium; Transaktionskontingente; 0,20 beziehungsweise 0,10 Euro je zusätzlicher Transaktion; alle Preise exkl. MwSt.)
- Qonto — Angabe, keine Bareinzahlungen anzubieten
- Holvi — Preisseite Deutschland (Flex, Lite, Pro, Business; deutsche IBANs je Tarif; DATEV-Integration 3 Euro monatlich bei Lite, in Pro enthalten)
- N26 — Geschäftskonto-Seite (Business Standard kostenlos, Business Smart 4,90 Euro monatlich, 0,1 Prozent Cashback; ausschließlich für Selbstständige und Freelancer unter eigenem Namen)
- BaFin-Kontenvergleich — Institutsbezeichnung N26 Bank SE
- SumUp — Geschäftskonto-Seite Deutschland (keine monatliche Grundgebühr, deutsche IBAN und BIC, Business-Mastercard, kostenlose Echtzeitüberweisungen; SumUp Limited, FCA-Lizenz 900700; Gelder nicht durch die FSCS geschützt)
- Airwallex — Preisseite EU (Explore 0 beziehungsweise 19 Euro, Grow 49 Euro, Accelerate ab 999 Euro monatlich; FX 0,5 Prozent über Interbankenkursen für Hauptwährungen, 1 Prozent für andere; lokale Überweisungen kostenlos, SWIFT 10 bis 20 Euro) und Lizenzangabe Airwallex (Netherlands) B.V., DNB-Lizenz R179622
- Wise — Business-Seite Deutschland (einmalige Einrichtungsgebühr 45 Euro; Wise Europe SA, reguliert von der belgischen Nationalbank)
- IHK Frankfurt am Main — E-Rechnungspflicht ab 2025 (Staffelung 2025 / 2027 mit 800.000 Euro Schwelle / 2028; EN 16931, XRechnung, ZUGFeRD 2.x; Kleinbetragsrechnungen bis 250 Euro brutto nach Paragraf 33 UStDV)
- DATEV — Marktplatz und Schnittstellenübersicht (Bankdatenservice über RZ-Bankinfo und PIN/TAN, Belegbilderservice, Rechnungsdatenservice, DATEV Unternehmen online; Qonto als gelisteter Marktplatz-Partner)
- Berichterstattung zur Qonto-Banklizenz: Antrag bei der ACPR im Juli 2025, bis Mitte 2026 keine bestätigte Erteilung
Die Quellen oben sind namentlich genannt, nicht verlinkt. Alle Preis-, Lizenz- und Fristangaben stammen von den Seiten der jeweiligen Anbieter, der BaFin, der IHK und DATEV und wurden im Juli 2026 geprüft. Konditionen und Fristen ändern sich — prüfen Sie die Angaben an der Quelle, bevor Sie darauf handeln.
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